Nichts für schwache Nerven

 

Meisterschaftsspiele des TV Lilienthal gegen Werder Bremen sind in dieser Saison nichts für schwache Nerven. So auch das Heimspiel des TVL am Samstagabend, das wie das Hinspiel mit einem Unentschieden endete. Mit dem jetzigen 21:21 (9:12) muss der TVL nach dem Spielverlauf zufrieden sein, denn er lief das gesamte Spiel bis zum 20:20 einem Rückstand hinterher.
Der personell in dieser Woche weiter arg gebeutelte Gastgeber (Handgelenksbruch bei Lukas Bonk, Handverletzung bei Marvin Meyer, Heiko Rullkötter und Martin Thöne verhindert, Tim Berthold mit Rückenproblemen nur bedingt einsatzfähig) kam schlecht aus den Startlöchern und stand nach dem 0:3 und 2:7 schon früh mit dem Rücken zur Wand. Es lief vor allem im Angriff nicht rund, weil die Angriffe nicht geduldig genug bis zur Chance ausgespielt wurden. Dass der Rückstand bis zur Halbzeit auf drei Tore reduziert werden konnte, lag vor allem am bärenstarken Nikita Dietrich im Tor, der reihenweise klarste Chancen der Bremer zunichte machte. Gestützt auf diesen Rückhalt fand die Verteidigung zu mehr Sicherheit. Doch im Angriff wurden viele klare Möglichkeiten nicht genutzt, unter anderem auch drei Siebenmeter.
Der zweite Durchgang begann für die Lilienthaler hoffnungsvoll mit dem Anschluss zum 11:12. Danach jedoch fiel es dem TVL weiter schwer, die Angrifffe auf den Punkt zu spielen. Oft wurde die falsche Entscheidung getroffen, oder der Angriff ging schon aufgrund eines technischen Fehlers verloren. Die Folge war ein 11:15- und 16:20-Rückstand rund 12 Minuten vor Spielschluss. Aufgrund der Probleme im Angriff stellte der TVL nun die Deckung auf ein 3:3-System um, um Werder unter Druck zu setzen und Ballgewinne zu schnellen Tempotoren zu nutzen. Die Rechnung ging auf, denn tatsächlich verlor Werder Bremen nun viele Bälle. Zwar konnte Lilienthal meist keine direkten Tore aus der ersten oder zweiten Welle erzielen, spielte die Angriffe nun aber disziplinierter und kam beim 20:20 zum Ausgleich. Vierzig Sekunden vor Schluss ging Werder wieder mit 20:21 in Front, doch der TVL konnte im letzten Angriff durch einen sicher verwandelten Siebenmeter von Mathias Gust den Endstand zum 21:21 erzielen. In den letzten 10 Sekunden konnte Eik Hapke den Vorwärtsdrang von Werder nur mit Hilfe eines Fouls stoppen, für das die Schiedsrichter die Rote Karte zeigten. Der Punkt konnte aber dennoch gesichert werden, weil es dem TVL in den verbleibenden fünf Sekunden auch in Unterzahl gelang, die Angriffsbemühungen der Gäste zu unterbrechen. Mit dem Unentschieden behält der TV Lilienthal nun den vierten Platz weiterhin vor dem Tabellenfünften Werder Bremen.
Das vorletzte Saisonspiel bestreitet der TVL nun erst nach der Osterpause am 29.04. um 15:30h zuhause gegen Tabellenführer Grasberg.
Es spielten: Dietrich, Schulaew; David (5/1), Arlt (4), Gust (4/1), Werther (3), Janssen (3), Jan Hansel (1), Hapke (1), Nils Hansel, Berthold.